Landtagswahl in Berlin

Fazit der Landtagswahl in Berlin


Klaus Wowi Wowereit siegt mit sehr gutem Ergebnis in Berlin

Als Klaus Wowereit im E-Werk die Bühne betritt, schwillt der Jubel deutlich an. Vor den Berliner Genossen feiert Klaus Wowereit seinen Erfolg. Wowi lacht übers ganze Gesicht und reißt die Arme in die Luft. Gut einen Prozentpunkt hat die Hauptstadt-SPD hinzugewonnen – kein sensationeller Erfolg, aber doch ein Erfolg. Was wichtiger ist: Die Spree-Genossen können sich den zukünftigen Regierungspartner aussuchen. Linke.PDS und Grüne liegen Kopf an Kopf und liefern sich schon am Wahlabend im Abgeordnetenhaus einen verbalen Kampf darum, wer denn nun mit Wowereits SPD die nächsten fünf Jahre ins Koalitionsbett steigen darf. Am Ende liegt die SPD bei 30,8 Prozent, die CDU bei 21,3 Prozent. Die Linkspartei liegt mit 13,4 knapp vor den Grünen (13,1 Prozent). Die FDP liegt laut vorläufigem amtlichen Endergebnis bei 7,6 Prozent.

Dramatischer Absturz der Linken.PDS

Während bei SPD und Grünen erst einmal eitel Freude herrscht, ist bei der Linkspartei der Frust in den Hallen des Berliner Abgeordnetenhauses fast mit Händen zu greifen. Fast zehn Prozentpunkte verloren, im Ostteil der Hauptstadt ein dramatischer Absturz – Wolf und die Parteispitze werden in den kommenden Tagen und Wochen Mühe haben, die Genossen an der Basis nochmals auf Regierungskurs zu bringen.

Desaster für die CDU

Für CDU-Spitzenmann Friedbert Pflüger haben die anderen Parteien an diesem Abend nur noch Mitleid, aber auch Häme bereit. „Der kann einem wirklich leid tun“, sagt eine Grüne, als Pflüger im Saal der CDU ins Mikrofon sagt: „Die Berliner CDU ist nach fünf Jahren wieder da.“ Angesichts der Tatsache, dass die Hauptstadt-Union ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt einfährt – es ist noch verheerender als nach dem Katastrophen-Wahlkampf 2001 – in der Tat eine überraschende Aussage. Doch an diesem Abend heißt es zusammenrücken, und so bekommt Pflüger Applaus für seine Ankündigung, am Dienstag als Fraktionsvorsitzender anzutreten.

Passender Kommentar zu Friedbert Pflüger

Friedbert Pflüger ist der eindeutige Sieger der Wahl in Berlin. Die CDU, wenn der Scherz gestattet ist, liegt immer noch deutlich über 5 Prozent - und mehr kann die Partei in der Bundeshauptstadt derzeit auch nicht mehr erwarten. Es war putzig, wie die CDU gestern abend auf den Irrsinns-Spin beharrte, das klare Ergebnis der Wahl sei, dass der Wähler nicht von Rot-Rot regiert werden wolle. Wahr ist, dass viele Ex-PDS-Wähler aus dem Osten Berlins - im Gegensatz zu den Meck-Pommern - nicht mehr wollen, dass die Linkspartei mitregiert. Das klarste Ergebnis der Wahl ist aber, dass trotz Rot-Rot keiner von der CDU regiert werden will. Nein, der Berliner will eindeutig von Rot-Grün regiert werden.
gelesen TAZ 18.09.06

Vorläufiges Endergebnis:

Berlin:
SPD 30,8%
CDU 21,3%
Grüne 13,1%
Linke 13,4%
FDP 7,6%
Sonstige 13,8%


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