Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen. Rund um den Globus erinnern zu diesem Datum verschiedenste Organisationen, wie die Jusos Saarlouis, an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und den ihnen Nahestehenden zu zeigen. Der Welt-AIDS-Tag dient auch dazu, Verantwortliche in Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft - weltweit wie auch in Europa und Deutschland - daran zu erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist. Auch, damit überall die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und sich Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung und Hilfe für die Betroffenen an ihren Lebensrealitäten orientieren können. Und zunehmend wird der Welt-AIDS-Tag auch von den Medien aufgegriffen und genutzt, verstärkt über HIV/Aids zu berichten. Die gestiegenen Zahlen zeigen: Die Angst vor HIV ist aus den Köpfen vieler Menschen verschwunden - wohl auch, weil es mittlerweile sehr wirksame Medikamente gegen die Virusvermehrung gibt und Aids für viele seinen tödlichen Schrecken verloren hat. Die Medikamente können eines aber nach wie vor nicht: heilen, also das Virus aus dem Körper entfernen - daher müssen sie wahrscheinlich lebenslang eingenommen werden. Deshalb erinnert die Welt-Aids-Tags-Kampagne 2006 daran, dass Safer Sex und Kondome vor einer Ansteckung mit HIV schützen und dass dieser Schutz nach wie vor notwendig ist. Damit sich aber möglichst viele Menschen in möglichst vielen Situationen schützen können und das auch tun, ist neben Prävention und Aufklärung auch ein gesellschaftliches Klima ohne Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung, sind Solidarität und Akzeptanz nötig. Und dafür trägt jeder und jede Einzelne Verantwortung: Aids geht uns alle an, und wir alle können etwas gegen HIV und Aids und für die Menschen tun, die davon bedroht und betroffen sind - nicht nur zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.
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Weltweit sind über 40 Millionen Menschen HIV-infiziert. Das sind so viele wie die Hälfte aller Deutschen.
Jedes Jahr sterben nach Schätzung der Vereinten Nationen drei Millionen Menschen an Aids. Seit Anfang der 80er Jahre waren es bis Ende 2004 zusammengenommen etwa 22 Millionen. 2004 haben sich weltweit rund fünf Millionen mit HIV angesteckt: das sind zehn Menschen in jeder Minute. Unterstützend für die Ausbreitung von HIV/Aids im globalen Maßstab sind vor allem Armut, Benachteiligung von Frauen, Menschenrechtsverletzungen, Katastrophen und Kriege, Stigmatisierung Infizierter und Erkrankter, mangelhafte Gesundheitsversorgung und unzureichender Zugang zu Informationen.
In Deutschland lebten nach aktuellen Angaben des Robert-Koch-Institutes Ende 2005 ca. 49.000 Menschen mit HIV. Jedes Jahr kommen rund 2.600 neue Infektionen hinzu. Die HIV-Neudiagnosen steigen seit dem Jahr 2000 wieder an - besonders stark von 2004 auf 2005. Etwa drei Viertel der Infizierten sind Männer, etwa ein Viertel Frauen. 90% der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen. Etwa zwei Drittel aller Infektionen in Deutschland heute sind auf ungeschützten Sex zwischen Männern zurück zu führen.
Das Gefahren-Bewusstsein nimmt seit Jahren deutlich ab, obwohl das konkrete Risiko und die Zahl der Menschen mit HIV/Aids auch in Deutschland weiter steigt. Ein wichtiger Grund: Zu viele täuschen sich und glauben, dass notfalls nach einer Infektion eine Behandlung mit wirksamen HIV-Medikamenten alles wieder gut werden lässt.
Aids ist trotz großer medizinischer Fortschritte nach wie vor lebensbedrohlich.
Heilung oder Impfung werden sicher auf sehr lange Zeit nicht greifbar sein. Die bei vielen Menschen zunehmende Sorglosigkeit ist deshalb höchst fatal - denn letztlich beruht sie auf einer gefährlichen Täuschung.
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